Hofnachfolge: Begleitung bei der Hofübergabe

Wir moderieren Hofübergaben innerhalb und außerhalb der Familie. Neutral, vertraulich und mit Blick auf das, was den Hof trägt: seinen Wirtschaftswert. Dr. Conrad Welp kennt die Landwirtschaft aus jahrzehntelanger Geschäftsführung in der Agrarwirtschaft.

Modernisierte Hofstelle mit Backstein-Wohnhaus, Maschinenhalle mit Solardach und Traktor auf dem Hofplatz
Symbolbild

Kurz gesagt

Für wen
Abgebende Betriebsleiter, Hofnachfolger und weichende Erben. Ebenso Höfe, für die es in der Familie keinen Nachfolger gibt.
Worum es geht
Übergabemodell, Abfindungen, Altenteil und Wohnrecht, Pflege der Eltern, Investitionen und die Zukunft des Betriebs.
Unser Grundsatz
Wirtschaftswert vor spekulativem Marktwert, damit der Hof nach der Übergabe weiter wirtschaften kann.
Einstieg
Kostenloses, vertrauliches Erstgespräch von 30 Minuten, per Telefon oder Video.
Rechtliches
Verträge, Steuern und Fragen der Höfeordnung klären Notar und Steuerberater. Wir bereiten vor und moderieren.

Typische Situationen auf den Höfen

Jeder Hof ist ein Einzelfall. Diese Konstellationen begegnen uns trotzdem immer wieder.

  • Der Nachfolger steht fest, die Abfindung nicht.

    Weichende Geschwister erwarten einen Ausgleich. Nach dem Marktwert der Flächen wäre der Hof nicht mehr zu halten.

  • Altenteil, Wohnrecht und Pflege sind offen.

    Wer versorgt die Eltern, wer wohnt wo, und wie wird die Pflege bei der Übergabe angerechnet?

  • Krankheit erzwingt eine schnelle Regelung.

    Eine Diagnose oder ein Unfall setzt die Familie unter Zeitdruck, obwohl nichts vorbereitet ist.

  • In der Familie gibt es keinen Nachfolger.

    Eine außerfamiliäre Übergabe braucht Zeit, die richtigen Partner und eine Antwort auf die Frage: Wem vertraue ich mein Lebenswerk an?

  • Der Betrieb muss sich neu aufstellen.

    Tierhaltung, Investitionsstau, Diversifizierung oder Direktvermarktung: Die Übergabe ist der Moment für die Richtungsfrage.

  • Die Generationen reden aneinander vorbei.

    Der Senior will noch nicht loslassen, der Junior will gestalten. Beide haben gute Gründe.

Wirtschaftswert vor Marktwert

Ein Hof ist ein Betrieb, kein Grundstückspaket. Werden weichende Erben nach dem Marktwert der Flächen abgefunden, fehlt dem Nachfolger oft das Geld für jede Investition.

Wir legen deshalb den Wirtschaftswert zugrunde, also das, was der Betrieb tatsächlich erwirtschaften kann. Und wir sorgen dafür, dass Leistungen auf den Tisch kommen, über die in Familien selten gesprochen wird: jahrelange Mitarbeit auf dem Hof und die Pflege der Eltern.

Ob die Höfeordnung gilt, ist dabei eine Weichenstellung. Sie gilt in Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein für eingetragene Höfe. Dann geht der Hof an einen Hoferben, und die weichenden Erben werden nach dem Hofeswert abgefunden, der meist deutlich unter dem Verkehrswert liegt. Gilt sie nicht, muss eine faire Lösung in der Familie verhandelt werden. Die rechtliche Prüfung übernimmt Ihr Notar oder Fachanwalt.

Unsere drei Hebel

Pflege als Leistung anerkennen
Wer die Eltern versorgt oder jahrelang auf dem Hof mitarbeitet, erbringt eine erhebliche Eigenleistung. Sie gehört fair in die Rechnung, für alle Kinder nach denselben Regeln.
Erhalt vor Auszahlung
Abfindungen dürfen den Nachfolger nicht so belasten, dass notwendige Investitionen unmöglich werden.
Neutral moderieren
Eine externe Moderation löst emotionale Blockaden und begrenzt den Einfluss familienfremder Dritter.

So begleiten wir die Hofübergabe

Wir beginnen mit den Menschen, dann kommen Zahlen und Verträge.

  1. Vertrauliches Erstgespräch

    30 Minuten, kostenlos. Sie schildern die Lage, wir sagen Ihnen ehrlich, welche Schritte jetzt sinnvoll sind.

  2. Einzelgespräche

    Mit Übergebern, Hofnachfolger und weichenden Erben, jeweils für sich. So werden Erwartungen und Verletzungen sichtbar, bevor alle an einem Tisch sitzen.

  3. Betrieb und Zahlen verstehen

    Wirtschaftlichkeit, Investitionsbedarf, Versorgung der Altenteiler: Wir schaffen eine gemeinsame Faktenbasis, auf die sich alle beziehen können.

  4. Lösung moderieren

    Übergabemodell, Abfindungen, Wohnrecht und Pflege. Ob Übergabe in der Familie, Pacht, gestufte Übergabe oder außerfamiliäre Lösung: Wir entwickeln Optionen statt Schwarz-Weiß.

  5. Umsetzung und Absicherung

    Notar und Steuerberater setzen die Einigung um. Wir behalten Fördermöglichkeiten im Blick und sorgen dafür, dass alles Vereinbarte verbindlich festgehalten wird.

Weizenfeld mit Fahrgassen, dahinter ein moderner Hof mit Solardächern, Silo und Windrädern
Symbolbild

Aus der Praxis

Alzheimer-Diagnose, drei Geschwister, eine Einigung

Auf einem Hof in Nordrhein-Westfalen stand die Nachfolge still: Die weichenden Geschwister forderten Abfindungen nach Marktwert, die Pflege des Vaters galt als selbstverständlich. Nach drei Jahren Moderation führt das Nachfolgerpaar den Betrieb weiter, der Vater ist versorgt, und die Familie spricht wieder miteinander.

Ganze Fallgeschichte lesen

Die EU-Strategie zum Generationswechsel

Im Oktober 2025 hat die EU-Kommission eine Strategie vorgelegt, die den Anteil junger Landwirte bis 2040 verdoppeln soll. Vorgeschlagen sind unter anderem ein Starterpaket mit bis zu 300.000 Euro für die Niederlassung in der Agrarpolitik ab 2028 und die Empfehlung an die Mitgliedstaaten, mindestens 6 Prozent der Agrarausgaben für den Generationswechsel einzusetzen. Außerdem will die Kommission Agrargelder für Landwirte im Rentenalter auslaufen lassen, was im Europäischen Parlament umstritten ist. Für Betriebsleiter über 55 heißt das: Die Übergabe wird attraktiver, aber auch zeitkritischer.

Was die Strategie für Ihren Hof bedeutet

Fragen zur Hofnachfolge

Ihre Frage ist nicht dabei? Im Erstgespräch klären wir sie persönlich.

Wann sollte die Hofübergabe geplant werden?

Spätestens drei Jahre vor der geplanten Übergabe, besser fünf bis zehn Jahre vorher. Wer über 55 ist, sollte jetzt beginnen, auch wenn die Übergabe erst in einigen Jahren ansteht. Die EU-Kommission will Übergaben im Rentenalter zusätzlich beschleunigen. Die Einzelheiten werden derzeit für die Agrarpolitik ab 2028 verhandelt.

Was bedeutet „weichende Erben“?

So heißen die Geschwister des Hofnachfolgers, die den Hof nicht übernehmen. Sie erhalten in der Regel eine Abfindung. Wie hoch sie ausfällt, hängt davon ab, ob die Höfeordnung gilt und was Übergeber und Familie vereinbaren.

Wie wird die Pflege der Eltern bei der Übergabe berücksichtigt?

Pflege ist eine erhebliche Eigenleistung, egal ob der Hofnachfolger oder ein anderes Kind sie erbringt. Sie sollte bei der Abfindung fair berücksichtigt werden, für alle nach denselben Regeln. Sonst entsteht eine Schieflage, die den Familienfrieden dauerhaft belastet. Wie genau, regeln Sie mit Notar und Steuerberater. Wir sorgen dafür, dass das Thema rechtzeitig auf den Tisch kommt.

Was ist eine außerfamiliäre Hofübergabe?

Die Übergabe an einen Nachfolger außerhalb der Familie, etwa über Kauf, Pacht oder Leibrente. Plattformen wie hofsuchtbauer.de helfen bei der Suche. Entscheidend sind Vertrauen, eine schrittweise Übergabe und klare Vereinbarungen für beide Seiten.

Welche Förderung gibt es für Junglandwirte?

In Deutschland gibt es die Einkommensstützung für Junglandwirte von rund 134 Euro je Hektar für bis zu 120 Hektar über fünf Jahre, dazu Existenzgründungsprogramme der Länder. Die EU hat für die Agrarpolitik ab 2028 zusätzlich ein Starterpaket mit bis zu 300.000 Euro vorgeschlagen, das noch verhandelt wird. Voraussetzung sind meist ein Alter unter 40 Jahren, eine berufliche Qualifikation und ein überzeugendes Betriebskonzept.

Ein Gespräch, das zu nichts verpflichtet.

30 Minuten am Telefon oder per Video. Sie schildern Ihre Lage, wir sagen Ihnen ehrlich, welche Schritte jetzt sinnvoll sind und ob Sie dafür überhaupt Begleitung brauchen.

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